Es gibt keinen Umbau, der sich finanziell nicht stemmen lässt. Den Satz höre ich oft — von Menschen, die resigniert hatten, bevor sie überhaupt recherchiert hatten. Die Wahrheit ist: Für barrierefreie Umbauten gibt es in Deutschland mehrere Fördertöpfe gleichzeitig, und wer sie richtig kombiniert, trägt am Ende oft weniger als die Hälfte selbst.

Aber genau hier liegt das Problem. Die meisten Menschen stellen den Antrag falsch — oder zu spät. Und verlieren damit Tausende Euro, die ihnen eigentlich zugestanden hätten.

Ich bin Architektin, seit 2012 in der Architektenkammer NRW eingetragen, Sachverständige für Gebäudeschäden — und ich habe mehr falsch gestellte Förderanträge gesehen als ich zählen möchte. Dieser Artikel soll Ihnen genau das ersparen.

Verschiedene Förderquellen für einen barrierefreien Umbau

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Förderquelle 1: Die Pflegekasse — schnell, aber mit einer Bedingung

Seit Januar 2025 zahlt die Pflegekasse 4.180 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Pflegeportal — also für Umbauten, die pflegebedürftigen Menschen ein selbstständigeres Leben ermöglichen. Das klingt nach wenig, ist aber oft der schnellste und unkomplizierteste Einstieg.

Voraussetzung: Sie oder die Person, für die umgebaut wird, hat einen anerkannten Pflegegrad (1 bis 5). Leben mehrere Pflegebedürftige im selben Haushalt, erhöht sich der Zuschuss auf bis zu 16.720 Euro. Pflegeportal

Förderfähig sind unter anderem: bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Türverbreiterungen, Rampen, Treppenlifte.

Der Fehler, der fast jeden passiert: Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden — die Entscheidung dauert etwa drei Wochen, mit Gutachten bis zu fünf Wochen. Seniocon Wer erst umbaut und dann den Antrag stellt, bekommt nichts.

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Förderquelle 2: Die KfW — größere Summen, aber Änderungen beachten

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert barrierefreie Umbauten über das Programm 159 „Altersgerecht Umbauen“ mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Sanier

Wichtig für 2025/2026: Der KfW-Zuschuss 455-B wurde eingestellt — es ist nur noch der Kredit 159 verfügbar. PflegeHeimat Das ändert die Rechnung: Sie bekommen kein Geld geschenkt, sondern einen günstigen Kredit. Für viele Eigenheimbesitzer trotzdem attraktiv, besonders in Kombination mit anderen Maßnahmen.

Für die Antragsstellung empfiehlt die KfW ausdrücklich, frühzeitig einen Sachverständigen einzubinden — und weist darauf hin, dass auch Planungs- und Beratungsleistungen selbst gefördert werden können. KfW

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Förderquelle 3: NRW-Wohnraumförderung — wenig bekannt, aber wirkungsvoll

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt für die Jahre 2023 bis 2027 insgesamt 10,5 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung bereit Bfb-barrierefrei-bauen, ein Teil davon für barrierefreie Sanierungen. Diese Landesprogramme sind einkommensabhängig und werden über die Kommunen beantragt — häufig weniger überlaufen als die Bundesförderprogramme.

Für Menschen in NRW lohnt sich ein Blick in die Förderdatenbank der NRW.Bank oder ein Gespräch mit dem zuständigen Wohnraumförderungsamt.

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Förderquelle 4: Steuern — der vergessene Hebel

Was die wenigsten wissen: Barrierefreie Umbauten lassen sich unter bestimmten Bedingungen steuerlich absetzen. Prophylaktische Maßnahmen als Handwerkerleistung (20 Prozent der Lohnkosten, bis 1.200 Euro jährlich), medizinisch notwendige Umbauten als außergewöhnliche Belastung — ohne Deckelung, aber mit Nachweis durch ärztliches Attest.

Was die meisten falsch machen — und wie es richtig geht

Der häufigste Fehler ist nicht der falsch ausgefüllte Antrag. Es ist die falsche Reihenfolge.

Viele beauftragen zuerst den Handwerker — und fragen danach, ob es Förderung gibt. Dann ist es zu spät. Jeder Fördertopf verlangt, dass der Antrag vor Baubeginn gestellt und genehmigt ist.

Die richtige Reihenfolge: Analyse des Ist-Zustands durch eine Fachperson → Klärung welche Förderquellen in Frage kommen → Antragstellung → Bewilligung → erst dann Umbaubeginn.

Als Architektin begleite ich diesen Prozess von Anfang an. Ich kenne die technischen Mindestanforderungen der KfW, die Dokumentationspflichten der Pflegekasse und die Besonderheiten der NRW-Förderung. Und ich stelle sicher, dass kein Topf vergessen wird.

Wenn Sie wissen möchten, welche Förderungen konkret für Ihre Situation in Frage kommen — sprechen Sie mich an. Das Erstgespräch ist kostenlos.